Erneuerbare Energieträger sind die Zukunftsmotoren Tirols. Unser aller Biomüll wird zukünftig dazu beitragen, Tirol mit erneuerbarer Energie zu versorgen. Neben der Kompostierung, bei der wertvoller Kompost erzeugt wird, kann aus Biomüll auch Biogas gewonnen werden. Aus dem Tiroler Biomüll könnte so viel Biogas gewonnen werden, um etwa 3000 Haushalte ganzjährig mit Strom und Wärme zu versorgen oder um 14 Mal pro Jahr die Erde mit einem PKW zu umrunden.
Unser Bioabfall ist viel zu wertvoll für den Restmüll.
Das ist Grund genug, die Kräfte von Wissenschaft und Wirtschaft in einem alpS-Gemeinschaftsprojekt zu bündeln, wie es das Institut für Mikrobiologie an der Universität Innsbruck, die Firma Höpperger GmbH, Rietz und wpa beratende Ingenieure - Dornbirn und die Kläranlage des Abwasserverbandes (ARA) Zirl getan haben. Im Rahmen des aktuellen Forschungsprogramms des alpS-Zentrums, dessen Schwerpunkte die Folgen des Klimawandels und die Entwicklung geeigneter Anpassungsstrategien und –technologien sind, soll die Biogasproduktion aus Bioabfällen im Sinne einer nachhaltigen Energienutzung optimiert werden.
Restmüllanalysen zeigen: Immer noch landen rund 20% der biogenen Abfälle Tirols im Restmüll. „Das ist schade, teuer und Energievergeudung“ so Christian Ebner Projektleiter bei alpS. „Nicht nur, weil er im Restmüll zu großen Problemen führt und diesen wegen des hohen Wasseranteils teurer macht, sondern vor allem, weil Biomüll „Kraftwerk und Tankstelle“ zugleich ist. Denn aus dem Bioabfall, der in der Biotonne gesammelt wird, kann hochwertiges Biogas gewonnen werden, das mittels Kraft-Wärme-Kopplung Strom erzeugen, oder aufgereinigt ins Erdgasnetz eingespeist bzw. als Treibstoff verwendet werden kann“, erläutert Ebner.
In Tirol werden mittlerweile rund 56% des in der Biotonne gesammelten Bioabfalls in Biogas umgewandelt, Tendenz steigend. „Grund genug, den Prozess der Biogasproduktion aus Bioabfällen für eine nachhaltige Energienutzung zu optimieren“ begründet Rudolf Häusler, Geschäftsführer der ARA Zirl die außergewöhnliche Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft, die quasi im Labor und im großen Maßstab an der Kläranlage Zirl stattfindet. Nach Analyse des Biosubstrats der Firma Höpperger erfolgt der Praxistest im Vollmaßstab auf der ARA Zirl.
„Unser Familienunternehmen ist ständig auf der Suche nach verbesserten Verwertungswegen und technischen Innovationen“ erläutert Harald Höpperger, Geschäftsführer des gleichnamigen Entsorgungsunternehmens die eingegangene Partnerschaft. „Gemeinsam wollen wir das wissenschaftlich-technische Fundament schaffen, um die energetische Nutzung des Bioabfalles voranzutreiben.